Die Eroberung der Galaxis schreitet voran, und wir brauchen für den geplanten Valco-Todesstern entbehrliche Handlanger zum Verheizen.

Anders gesagt: Um der netteste böse Großbetrieb der Welt zu sein und um die Kundschaft besser zu bedienen, haben wir beschlossen, in Kajjjaani eine Kundendienststelle zu eröffnen, und wir suchen für die neu zu eröffnende Basis ZWEI Personen in Teilzeitarbeit.

Warum Kajjjaani? Weil eure künftige Vorgesetzte dort wohnt und es nur eine kurze Fahrradfahrt von der künftigen Kopfhörer- und Todessternfabrik in Puolanka entfernt ist.

Im Grunde kannst genau du Valcos neuer Handlanger sein, wenn du diese paar Bedingungen erfüllst:

  1. Du hast Nerven wie Drahtseile; die meisten Menschen, die den Kundendienst kontaktieren, sind in der Regel ziemlich angepisst. Du musst verstehen, dass sich dieser Hass nicht gegen dich richtet, sondern vor allem gegen uns Unternehmer, die diese Hassnachrichten nicht selbst entgegennehmen wollen.

Das tiefste Wesen des Handlangerns ist ohnehin, für den Unternehmer Scheiße und Kugeln zu fressen – egal ob es ein wütender Kunde ist, das Finanzamt oder ein Weltraumzauberritter, der den Todesstern sabotiert. Für diesen Job ist Humor echt hilfreich. Savolax-Abstammung zählt nicht automatisch als solcher.

  1. Du kannst lesen und schreiben, mindestens Finnisch und Englisch. Rechenkünste sind nicht so wichtig (besser für uns). Kenntnisse germanischer Barbaren­sprachen und sonstiger kryptischer Verständigungsweisen gelten als Vorteil. Wer besonders gut und witzig schreibt, hat die Chance, zum Handlanger der Oberklasse aufzusteigen – also zum Internet-Handlanger zweiter Klasse.
  2. Du verstehst vielleicht ein bisschen was von Technik. Du weißt, dass Elektrogeräte mit Rauch funktionieren. Wenn der Rauch rauskommt, funktioniert das Gerät nicht mehr. Für Handlanger reicht als Grundwissen in Technik im Prinzip: kopieren und einfügen können. Zum Beispiel ein EDV-Führerschein von der Volkshochschule oder ein Rechner daheim qualifizieren dich fast schon für diese „anspruchsvolle“ Fachaufgabe. Natürlich schauen wir nicht böse, falls du zufällig doch ein Autodidakt bist, mit Lötkolben umgehen kannst und ein Audio- und Kopfhörer-Guru bist. Wir sind nur nicht bereit, dafür extra zu zahlen.
  3. Du bist bereit, in Kajjjaani zu wohnen oder zumindest dort zur Arbeit aufzutauchen. Ab und zu kannst du auch von zu Hause aus arbeiten – solange dein Zuhause in Kajjjaani ist oder irgendwo, von wo aus du es noch schaffst, nach Kajjjaani zur Arbeit zu kommen. Nachdem wir die ganze Zeit der Firmenexistenz nur Fernarbeit gemacht haben, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Fernarbeit einfach faul macht. Klar, die Unternehmer machen auch weiterhin Fernarbeit. Du nicht.
  4. Du bist nicht besonders blöd. Ein bisschen blöd darf man sein, aber nicht so, dass man Anweisungen nicht versteht und nicht mit dem eigenen Gehirn denken kann. Man muss dir wenigstens ein bisschen Verantwortung geben können. Körperliche Einschränkungen sind bei der Arbeit kein Problem, geistige schon.

BONUSBEREICH

Über diese Kenntnisse und Sonderfähigkeiten freuen wir uns, aber wir verlangen sie nicht unbedingt:

  • Vielseitige Sprachkenntnisse (Arbeitssprache ist trotzdem Finnisch, und 80% der Kundennachrichten kommen auf Finnisch)
  • Erfahrung mit Gorgias, E‑Post oder einem ähnlichen Kundendienstsystem
  • Erfahrung im Kundendienst für Verbraucher oder Firmen (im Netz, telefonisch)
  • Kenntnisse irgendeiner Plattform für Versandhandel, bei uns läuft Shopify
  • Du traust dich anzurufen und ans Telefon zu gehen, weil sich bei uns niemand traut oder will
  • Du weißt, wie Pakete aus der Welt in Lager kommen und aus Lagern zur Kundschaft
  • Überraschende EDV-Künste, alles Mögliche – angefangen vom Betreiben eines OnlyFans-Kontos
  • Eine gewisse Perversion für Audiogeräte (oder wenigstens Erfahrung im Kopfhörerbenutzen)

Du musst kein junger, dynamischer Mannschaftsspieler mit positiver Einstellung sein oder was für ein Bullshit sonst noch in Stellenanzeigen steht. 

Uns passt auch bestens ein vom Leben genervter, alles-gesehen-habender Mensch, der auf die bald winkende Rente wegen Krankheit wartet, vom „Internet-Gewusel“ keine Ahnung hat, aber angepissten Leuten gewissenhaft antwortet und nicht sofort die Nerven verliert.

Für schlaue und ehrgeizige Menschen kann es bei Valco sogar so etwas wie eine Laufbahn geben, aber nachweislich kommt man auch ohne beides klar.

Wir hoffen, dass du langfristig verfügbar bist. Wenn du zum Beispiel planst, mit deiner Sekte in ein Raumschiff zu steigen und nach Alpha Centauri zu reisen, oder dem Volkstempel beigetreten bist, gehen wir davon aus, dass diese Abgänge frühestens in den 2030ern stattfinden.

Wir wollen ordentlich wachsen und dafür viele Handlanger einsetzen, also wollen wir gute Handlanger natürlich nicht verlieren. Das oben betrifft dich allerdings nur, wenn du gut bist. Wenn du schlecht bist, darfst du selbstverständlich auch früher gehen.

WAS ZUM HANDLANGERN GEHÖRT

  • Kundschaft beantworten über das Kundendienstsystem Gorgias oder über soziale Medien
  • Telefonischer Kundendienst
  • In Spitzenzeiten bei Bedarf der Wartung helfen
  • Die Arbeit wird im Büro am EDV-Gerät erledigt

Ein praktischer Arbeitstag könnte ungefähr so laufen:

Du wachst morgens auf, kratzt dir den Hintern, gehst zur Arbeit – mit dem Auto, wenn der alte Skoda anspringt – sonst mit dem Rad bergauf im Regen. Im Büro kochst du Kaffee und machst den Rechner an. Du beantwortest Nachrichten, die über Nacht reingekommen sind, laberst Scheiße mit einem Kollegen, kochst Kaffee, machst Teams an und nimmst an der Wochenbesprechung teil. Du bohrst in der Besprechung in der Nase, weil du vergessen hast, dass du gefilmt wirst. Nach der Besprechung, beim Kauen am belegten Brötchen, wunderst du dich mit den Kollegen, wie verf*ckt dumm hier in der Firma alle sind – außer wir.

Nach dem Mittagessen beantwortest du noch mehr E‑Post, ein deutscher Kunde nervt, du beschwerst dich beim Kollegen, er versteht dich. Auf dem Klo schaust du Katzenbilder und überlegst, ob im Mittagsbrötchen vielleicht abgelaufene Lauantaimakkara war. Nach der Anstrengung kommst du verschwitzt zum Rechner zurück und beantwortest E‑Post. An einem besonderen Tag darfst du vielleicht ein spannendes Vorhaben machen, wie die Liste der Geschäftspartner der Firma in Excel zu aktualisieren. Du hoffst, es wäre ein besonderer Tag. Heute ist keiner.

Das Telefon klingelt, Marjatta ist dran, aus ihren Kopfhörern kommt nichts. Es stellt sich heraus, dass Marjatta gar kein Gerät hat, mit dem man Musik abspielen kann. Du erklärst Marjatta, dass in den Kopfhörern nicht von selbst Musik drin ist, sondern dass sie von woanders kommen muss. Marjatta versteht es nicht. Es geht dir auf die Eier.

Der Posteingang ist endlich leer. Du gehst nach Hause, mit genauso leerem Blick im Gesicht. Du schaust fern und isst dabei blaue Ringwurst, bis du auf dem Sofa einschläfst. Senf ist auf deinem Hemd gelandet.

WAS WIR DEM HANDLANGER DRITTER KLASSE BIETEN

  • Den Lohn eines Handlangers dritter Klasse, also in etwa auf dem Niveau von Kasse im Laden oder Burger braten (sprich 13–15 €/Stunde).

    Der Einstiegslohn haut dich nicht vom Hocker, aber Valco ist eine Firma, bei der du eines Tages einen Porsche vor der Einfahrt haben kannst – und wenn du richtig hart arbeitest, sogar einen Ferrari.

    Der Unternehmer hat nämlich jetzt einen Porsche, und er kauft sich sehr gern einen Ferrari, wenn die Firma anfängt, mehr abzuwerfen. Wenn du fragst, kann er sogar mal auf Besuch vorbeikommen.

  •  Arbeitsstunden 20–37,5 Stunden pro Woche je nach Arbeitslast. Im Idealfall erledigst du natürlich 40 Stunden Arbeit in 20 Stunden, damit der Unternehmer früher seinen Ferrari bekommt.
  • Eine ziemlich leichte Arbeit, die für fast jeden geeignet ist und besser klingt als sie wirklich ist. Wenn du auf E‑Post antworten kannst, kannst du diesen Job vermutlich machen. 
  • Valco-Produkte in Hülle und Fülle. Vielleicht auch ein paar andere Vorteile und Prämien, aber wenig und selten. Wir haben eigentlich keinerlei Zusatzleistungen. Wir versprechen nichts, dann wirst du auch nicht umsonst enttäuscht. Vielleicht einen warmen Händedruck.
  • Ein EDV-Gerät, irgendeine Art Büro, wo du mit ein paar anderen sitzt, und ziemlich merkwürdige Unternehmer. Die Arbeitsgemeinschaft ist kein bisschen dynamisch oder lustig – wie in allen anderen Stellenanzeigen.
  • Die Arbeit ist grundsätzlich werktags zwischen 8 und 20 Uhr. Sonst könntest du auch mitten in der Nacht und am Wochenende arbeiten, aber Tarifverträge, Gesetze und so ein Kram setzen Grenzen.
  • Wenn du wirklich noch andere Fähigkeiten hast, als Roggenbrot in p*scheiße zu verwandeln, ist es in einer wachsenden Firma theoretisch möglich, auch andere Aufgaben zu machen. Wir versprechen allerdings nichts.

Wir haben kein besonderes Interesse daran, ans Telefon zu gehen (das ist dein Job), also wenn du irgendwas zur Stelle wissen willst, schreib eine E‑Post an deine künftige Vorgesetzte Aino – aino(at)valco.fi. Bewerbungen für diese Stelle mit Lebenslauf bitte an aino(at)valco.fi senden. Initiativbewerbungen an hr(at)valco.fi

ps. Wir suchen jetzt eine finnischsprachige Kundendienstkraft nach Kajaani in Finnland. Wenn du trotzdem das Gefühl hast, dass du Valco etwas geben könntest, darfst du uns auch Initiativbewerbungen schicken. Unsere Absicht ist, in den nächsten Jahren zwei bis fünf Millionen Menschen einzustellen. Also mindestens zwei Menschen, höchstens fünf Millionen. 

ACHTUNG! Bewerbungen bis spätestens 12.7.2024.