Symbolbild

(Symbolbild: Auf dem Bild sind weder Mikko noch Mikko(s) Kopfhörer zu sehen. Könnte aber sein.)

Ich bekam im Winter Valcos Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung in die Finger. Ich habe sie in allen möglichen Situationen ausprobiert, vor allem bei der Arbeit und in arbeitsbezogenen Lagen. Dazu hatte ich versprochen, ein paar Gedanken und Erfahrungen aufzuschreiben. Aber zuerst kurz zu meinem Hintergrund.

Ich arbeite in Leitungsaufgaben in einem gewerblichen Unternehmen und die Arbeit ist hektisch; mal in Tampere, mal in Helsinki oder zum Beispiel in Jyväskylä. An den schlimmsten Tagen kommen Kontextwechsel in der Größenordnung von zehn zusammen. Vorhaben und Projekte, zu denen ich Stellung beziehen muss, liegen typischerweise gleichzeitig bei zehn bis fünfzehn. Mal wird im Zug gearbeitet, mal in Besprechungsräumen; manchmal gibt’s die Möglichkeit, in einem Raum zu arbeiten, nebenan aber eine Horde lauter Krawallmacher. Mal dröhnt nebenan Musik, mal fliegt der Smalltalk. Kurz: ziemlich störende und wechselhafte Umgebungen, um zu arbeiten.

Meine Arbeit verlangt viel Denkerei, und oft brauche ich Ruhe oder Stille, damit ich mich auf eine Sache so lange konzentrieren kann, bis ein bestimmter Teil fertig ist. Dafür bin ich früher schon mal in Heimarbeit „eingefroren“, aber mit kleinen Kindern klappt ungestörtes Arbeiten von zu Hause aus nicht mehr. Für einzelne Aufgaben, die volle Konzentration brauchen, bin ich manchmal sogar in Lesesäle der Bibliothek oder Ähnliches ausgewichen – aber als dauerhafte Arbeitsweise ist das praktisch nicht drin.

Ich bekam Valcos Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung aus ihrer Probecharge im Winter 2018 zum Testen. Vorerfahrung hatte ich schon mit den ersten Kopfhörern mit Geräuschunterdrückung von Sennheiser, also: Ich habe schon eine Vorstellung davon, was gute Geräuschunterdrückung ist – auch wenn ich kein Hi-Fi-Freak bin.

Der erste Eindruck war irgendwie… stoppend. Allein die ohrumschließenden Muscheln schlucken schon einen großen Teil vom Lärm ringsum. Wenn man dann die Geräuschunterdrückung einschaltet, verschwindet der Rest der Welt gleich mit. Ich war schon nur wegen der Dämpfung der Außenwelt ziemlich angetan – und dann habe ich zum Test mal ganz heimisch Sibelius aufgelegt, zwischendurch etwas anderes Klassisches und die Naturklänge von Waterscapes, um die Konzentration zu erleichtern, während ich im Winter Prozessaktualisierungen gemacht habe.

An der Klangwelt gibt’s wirklich nichts zu meckern, es fühlte sich an wie im Konzertsaal. Damit es nicht nur Lob ist: Ich war vorher keine Kopfhörer gewohnt, die das ganze Ohr abdecken. An das Tragegefühl musste ich mich kurz gewöhnen; andererseits war die Abwägung ziemlich einfach: Ich konnte sogar in der Nähe dieser einen Großraumbüro-Affenhorde ganz in Ruhe arbeiten.

Wie oben gesagt: Meine Arbeit ist ziemlich mobil und ortsunabhängig. Also habe ich den ganzen Winter und Frühling über diese Kopfhörer überallhin mitgeschleppt – und ja, sie sind ein bisschen groß. Die Größe an sich stört aber nicht, wenn man dafür ein wirklich erstklassiges Etui dabeihat.

Die Feuerprobe war wohl ein Lync-Termin, in dem die Valco-Kopfhörer per Bluetooth-Funk am Handy hingen, während ich vom Hauptbahnhof Helsinki nach Katajanokka laufen musste – gleichzeitig am Sprechen, und neben mir tobte der Abi-Penkkari-Lasterkorso. Unterm Strich: Ich hörte die Gespräche im Termin komplett, und die eingebauten Mikrofone fingen meine Stimme ein, aber der Penkkari-Krach wurde so herausgefiltert, dass die anderen im Termin ihn angeblich nicht gehört haben. Ach ja: Die Kopfhörer taugen also nebenbei auch als Freisprechlösung. Das hast du dir vermutlich schon gedacht.

Im Zug habe ich die Kopfhörer fast immer getragen. Lyncs laufen dort nicht so gut, weil man selbst nicht sprechen kann, ohne dass die Mitreisenden hören, was man sagt. Und da rutscht man leicht rein: Wenn die Geräuschunterdrückung an ist, verschwinden das Zugrauschen und das Geplapper der Muttis nebenan, und man vergisst schnell, dass man überhaupt im Zug sitzt. Deshalb habe ich im Zug dann eher Musik gehört. Von der Bauart her scheint in den Kopfhörern deutlich mehr Reserven für den Bassbereich zu stecken als in den weißen Ohrstöpseln von Apple. Überraschung: nicht wirklich.

Zu den praktischen Dingen: Das Paket enthält also erstklassige Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung, die man mit einem klassischen Kabel an eine Tonquelle und an ein Mikrofon (!) hängen kann – oder man nutzt eben Bluetooth-Funk. Auf der Oberfläche einer Muschel sitzen Berührungstasten für die Lautstärke und den Titelwechsel. Daran muss man sich etwas gewöhnen. Man kommt zwischendurch mit den Richtungen durcheinander.

An der Akkulaufzeit gibt’s nichts auszusetzen, der Akku ist mir kein einziges Mal unterwegs leer geworden. Ab und zu hänge ich die Kopfhörer mit einem USB-Kabel an die Ladung, ich mache mir da also keinen besonderen Kopf. Ein wichtiger Grund, warum ich die Kopfhörer überallhin mitschleppe, ist auch dieses bereits erwähnte ordentliche Schutzetui. So eins hatte ich früher auch bei meinen ersten Reise-Sennheisern. Die musste man immer umständlich zusammenfalten, dadurch litt die Handhabung. Die Valcos kann man einfach so ins Etui werfen, die Muscheln einklappen und den Reißverschluss zu.

Alles in allem kann ich diese Kopfhörer wärmstens empfehlen. Zur Einordnung: Obwohl ich gebeten wurde, über die Nutzungserfahrungen zu schreiben, schreibe ich unvoreingenommen – man hat mich nicht gebeten, Lobeshymnen abzuliefern.

Ich bin dabei, für uns bei der Arbeit eine größere Menge dieser Kopfhörer zu besorgen, denn ich habe auch andere testen lassen, und die Rückmeldung war ausnahmslos positiv. Dann können die anderen bei uns auch in Ruhe arbeiten.

- Mikko J.