Henri Heikkinen

Valcos Black Friday ist da, und die Gerüchte über die größten Rabatte aller Zeiten haben das Internet zugemüllt! Ist es jetzt endlich möglich, sich Valcos Spitzenkopfhörer zum halben Preis zu schnappen? Ist das der Moment, in dem du das Audiogerät deiner Träume absurd billig findest? Tja... nein.

Mach dich auf Enttäuschung gefasst: Wir haben keine Rabatte. Jetzt nicht und auch nie. Aber renn noch nicht weg. Wir haben dafür einen völlig vernünftigen und ehrlichen Grund, der nichts mit Anti-Überkonsum, Gewissens-Whitewashing oder anderem ähnlichen Gelaber zu tun hat. 

Die Wahrheit ist: Wir bei Valco sind einfach zu faul und zu blöd für irgendwelche Preistricksereien oder Kampagnen.

Normalerweise folgt Preisgestaltung dem Lehrbuch: Erst bekommt das Produkt einen hohen Preis zum Abschöpfen, dann wird der Preis auf das "richtige" Niveau gesenkt. Danach wird er je nach Sale rauf und runter gesägt, bis man ihn kurz vor dem Auslaufen des Modells für die große Black-Friday-Kampagne wieder anhebt.

Verflucht anstrengend, und es braucht allerlei Koordination.

Wir bei Valco haben da so einen latinohaften Grundwert namens “mañana”. Wir glauben, dass man alles auch morgen machen kann, also warum heute? Das gilt ganz besonders für alles, was nach Vorausplanung riecht.

Schon der Gedanke daran, irgendeine Kampagne zu machen, nur weil “alle anderen das auch tun”, geht uns grundsätzlich schon auf die Nerven.

Es ist verdammt viel einfacher, ein Produkt gleich am Anfang richtig zu bepreisen. Kein Abschöpfen, kein Preisdumping. Wenn wir mal mit Rabatt verkauft haben, dann gab es dafür einen klaren und nachvollziehbaren Grund, zum Beispiel Vorbestellung. Und das war ganz sicher nicht im Voraus geplant.

Unser Modell ist simpel: Wir machen gute Produkte, verkaufen sie zu einem vernünftigen Preis und stecken das Geld in wirklich wichtige Dinge, wie zum Beispiel:

  • Bier
  • Kindesunterhalt
  • Schnelle Autos
  • Große Uhren
  • Den Bau des Todessterns und die Eroberung der Galaxien

Das Theater mit den Preistricks

Aber kommen wir kurz dazu zurück, wie Black-Friday-Kampagnen funktionieren und warum wir eigentlich gar keine echte Möglichkeit haben, da mitzuspringen.

  1. Restposten aus dem Lager: Um diese Jahreszeit wird normalerweise die letzte Charge eines auslaufenden Produkts verkauft, die noch im eigenen Lager oder beim Hersteller herumspukt. So ein bisschen wie wenn du zu Mittsommer eine halbe Weihnachtsschokolade findest und dir denkst: “Ach, geht schon noch.” Nur haben wir eben keine Restposten, die wir verkaufen könnten. Wenn wir welche hätten, würden wir's sagen.

  2. Preiserhöhungen vor Rabatten: Oft werden die Preise kurz vor einer Kampagne etwas angehoben, damit man sie dann in einen größeren “Sale” schicken kann. Wir haben nur zwei Kopfhörermodelle, und wenn wir versuchen würden, die Preise zu erhöhen, wüssten die Kunden das schon vor uns. Außerdem ist unser moralischer Kompass noch intakt genug, dass er uns so einen Quatsch nicht machen lässt.

  3. Abschöpfen ist vorbei: Ein neues Produkt wird oft zuerst hoch eingepreist, damit man oben erstmal die Sahne abschöpft. Und wenn dann keiner mehr bereit ist, den Premiumpreis zu zahlen, verkauft man es “rabattiert” zu einem realistischeren Preis. Wir bei Valco haben unsere Produkte von Anfang an ehrlich bepreist. Vielleicht sogar auf dumme Art.

    Deshalb können wir nicht mal Händlern große Rabatte anbieten, was mit dazu beigetragen hat, dass unsere Produkte langsamer in die Regale der breiten Masse gekommen sind. Aus demselben Grund haben Sondermodelle auch einen Sonderpreis. Ein Teil des Verkaufspreises geht in Royalties, und aus unserer eigenen Marge ist dafür einfach kein Spielraum da.

Vergleichsbeispiel

Schauen wir mal, wie die großen Jungs das Preisspiel spielen. Wir nehmen als Beispiel ein paar Produkte eines großen Herstellers, die unserer Meinung nach ungefähr in dieselbe Kategorie wie der VMK25 fallen. Leider haben wir unsere eigene VMK25-Kurve nicht mit in die Bilder bekommen. Dessen Preis lag nämlich ziemlich stabil bei maximal 199€, und so weit runter reicht die Grafik nicht.

Bild 1: Abschöpfen und künstliches Drama

In beiden Grafiken sieht man klar, wie der Hersteller den Preis direkt bei der Einführung aus den Wolken ansetzt (Abschöpfen™), ihn dann aber schnell fallen lässt, sobald klar wird, dass niemand bereit ist, so viel zu zahlen. Nach dem ersten Knick läuft der Preis gleichmäßiger, auch wenn zwischendurch ein paar "Preisshows" eingebaut werden, bei denen der Rabatt hübscher aussieht, weil man den Preis vorher erst hochzieht.

Die zweite Grafik erinnert an ein Fahrgeschäft im Freizeitpark: Erst wird oben die Sahne abgeschöpft, dann lässt man den Preis Stück für Stück sinken. Immer wenn der Verkauf geboostet werden soll, wird der Preis in die Wolken gezogen und dann "rabattiert". Im Black-Friday-Rausch dieses Jahres wurde der Preis wieder hochgezogen, und nächstes Jahr verschwindet dieses Modell vermutlich still und leise aus dem Sortiment. Es sieht so aus, als wäre die Strategie des Herstellers, den Preis so stark hin und her zu schaukeln, dass die Kunden am Ende gar nicht mehr wissen, was der echte Preis des Produkts überhaupt ist.

Was macht Valco?

Wir setzen den Preis direkt von Anfang an fair an. Der VMK25 kostet 199 Euro, Punkt. Keine Preistricks. Kein Abschöpfen am Anfang. Wenn wir irgendwann mal Rabatte gegeben haben, dann gab es dafür einen klaren Grund. Zum Beispiel ein leeres Lager und ein noch leereres Konto. Und wenn wir irgendwann den Rest billiger raushauen, weil ein neues Modell kommt, dann sagen wir das auch direkt.

Ist Fairness langweilig? Vielleicht ein bisschen. Würden wir auf andere Art mehr Geld verdienen? Wahrscheinlich. Sind wir zu faul für Kampagnen? Absolut!

Deshalb gibt es bei uns keine Sales. Wir wollen, dass unsere Kunden immer wissen, dass sie einen guten Deal bekommen. Ohne versteckte Haken. Und ganz ehrlich: Das ganze Gedrehe an Preisen und Gefummel an Kampagnen geht von dem weg, was wirklich wichtig ist: Bier trinken.

Mehr zur Geschichte des Black Friday lesen

Wenn du tiefer in die Geschichte des Black Friday eintauchen willst, von der von Robinson Crusoe und Kekkonen inspirierten Story bis hin zu Verschwörungen und Notenkrisen, dann empfehlen wir unseren Blog, der auf Dr. Rajaniemis umfangreicher Kenntnis alternativer Geschichte basiert.

Wusstest du das über den Black Friday? Lies den Blog.